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07.03.2011, 13:13 Uhr
EAK für Verbleib des Landtagskreuzes
Dresden. Der Evangelische Arbeitskreis der CDU Sachsen (EAK) hat sich für den Verbleib eines Holzkreuzes im Sächsischen Landtag ausgesprochen. "Die Diskussion zeigt, dass die SPD bereits vergessen hat, welchen Beitrag die Kirchen für die Demokratie in Sachsen geleistet haben", sagte EAK-Landeschef Hans Beck aus Aue.
Ohne die Kirchen hätte es keine Friedliche Revolution und keinen Sächsischen Landtag gegeben. Auch sollte daran erinnert werden, dass die Evangelisch-Lutherische Landeskirche dem ersten Landtag nach 1990 ein Obdach gegeben habe: in der Dreikönigskirche. Nicht einmal in der konstituierenden Sitzung wäre man da auf die Idee gekommen, das mächtige Kreuz hinter dem Präsidium zu verhüllen.
 
"Wenn die SPD-Landtagsfraktion ihre Haltung damit begründet, dass einige ihrer Mitglieder durch das Kreuz in ihren religiösen Gefühlen verunsichert seien, dann bin ich zuvörderst über die deutsche Sozialdemokratie verunsichert" sagte Beck. Undankbar sei daher die Forderung der SPD. "Aus ihr spreche ein immenses Maß an intellektueller Kleingeistigkeit und schlechterdings Blindheit, was die Wurzeln unseres Kulturkreises angeht. Die liegen nämlich im Christentum. Das rechtfertigt ein Kreuz in öffentlichen Gebäuden. Anderer Meinung ist auch das Verfassungsgericht nicht." Ein Abhängen des Kreuzes komme daher nicht in Frage, so Beck.
 
Religiöse Symbole wie das Kreuz stünden der weltanschaulichen Neutralität des Staates nicht entgegen. "Bleibt die SPD ihrer Logik der Religionsfreiheit treu, dann dürften bald auf öffentlichen Friedhöfen und an Kirchen keine Kreuze mehr angebracht werden", sagte Beck. Das sei abstrus. "Das Kreuz erinnert unsere Politiker auch daran, dass sie selbst Fehler machen können", sagte Beck mit Blick auf die Kreuzigung Jesu, die grundlos erfolgt sei. Das Kreuz mahne zum Zweifeln und zur Demut. Auch deswegen sollte es im Sächsischen Landtag hängen bleiben.
 Die SPD-Fraktion hatte das Abhängen des Kreuzes im Fraktionssaal der CDU gefordert. Dieses hängt dort bereits seit 1993.