Gedanken zur Jahreslosung 2026
"Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21, 5)
Die diesjährige Jahreslosung steht im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung von Johannes, dem Seher Gottes. Gleichzeitig erinnere ich mich an ein Bibelzitat aus dem ersten Buch der Bibel. Im 1. Buch Mose - in der Genesis der Bibel - steht:
"Und siehe, es war sehr gut." (1. Mose 1, 31)
Was haben diese beiden Bibelstellen für einen Zusammenhang für mich?
Betrachten wir die Welt im Lichte Gottes, der am Anfang alles geschaffen hat. Der liebe Gott ist geduldig und gnädig mit uns. Er schafft das Paradies, sieht bei Adam und Eva, dass wir Menschen der Sünde nicht widerstehen und schickt uns Menschen auf die Bewährungsprobe vor den Garten Eden. Es kommt die Sintflut mit der Arche Noah, das Volk Israels wandert aus Ägypten in die Wüste und mit den zehn Geboten ins gelobte Land. Was sind das alles für wilde Katastrophen im Alten Testament.
Im Neuen Testament schickt der liebe Gott uns seinen Sohn, in Jesus Christus ist er Mensch geworden. Er wird gekreuzigt und begraben, am dritten Tage ist er auferstanden von den Toten und aufgefahren in den Himmel. Zu Pfingsten schickt Gott uns seinen Heiligen Geist und gründet die erste Gemeinde in Jerusalem mit den Aposteln. Der heilige Stephanus wird gesteinigt, ist damit der erste christliche Märtyrer und Saulus wandelt sich zum Paulus. Und ganz zum Abschluss der Bibel kommt die Offenbarung, es ist die eröffnende Vision auf das neue Jerusalem. Genau hier steht die Jahreslosung für 2026: "Siehe, ich mache alles neu!"
Anfang und Neuanfang stehen zu Beginn und Ende der Bibel. Was für eine Botschaft!
Auch am Ende steht eine neue Schöpfung, in der Gott alle Tränen abwischen wird, denn der Tod wird nicht mehr (mächtig) sein, es gibt keinen Schmerz und Leid mehr. Die Bibel schreibt: "Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." (Offenbarung 21, 6)
Was hat die Jahreslosung nun mit unserem heutigen Leben zu tun? Gerade jetzt zwischen all den Katastrophen und Kriegen, Dramatiken und Auseinandersetzungen auf unserer Mutter Erde? Das Gute an der christlichen Religion ist, es gibt immer Hoffnung und Grund zur Zuversicht. Wir Menschen müssen nicht fehlerfrei sein, wir dürfen sogar Fehler machen. Wenn wir unsere Sünden erkennen und aufrichtig bereuen, wird uns vergeben. Wir dürfen aus unseren Fehlern lernen. Mit Demut neu beginnen.
Mein Wunsch für das neue Jahr? Lasst uns genau hinsehen, wahrnehmen, wo die neue Schöpfung Gottes schon heute Gestalt annimmt. Ja, im heutigen Leben in unseren Gemeinden, in den Dörfern und Städten im Land und auch in unserem eigenen Leben. Lasst uns einen Blick dafür haben, was unser eigenes Leben sorgenfreier machen kann. Diese Guten Nachrichten lasst uns miteinander teilen, damit wir für unsere Zukunft neue Kraft und Hoffnung haben, um unseren Glauben zu stärken.
Die Bibel schließt mit: "Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!" (Offenbarung 22,21)
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Lars Rohwer, geboren 1972 als Pfarrerssohn in Dresden, ist seit 2021 Bundestagsabgeordneter sowie seit Sommer 2025 Vorsitzender des Stephanuskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.